Der Hamburger Immobilienkongress 2021 ist der IMMOCOM-Event mit einer der schönsten Locations Deutschlands. Mit Blick aus dem EMPORIO Tower über die Hansestadt fand das Auftaktpanel statt – unter Einhaltung der aktuell geltenden Corona-Verordnung konnten immerhin 100 Gäste teilnehmen. Nachdem IMMOCOM-Geschäftsführer Michael Rücker die Anwesenden begrüßt hatte, startete der Hamburger Immobilienkongress 2021 in seine erste Diskussion.
Das Podium des Eröffnungspanels zum Thema „Musterschüler Hamburg?“:
- Achim Nagel, Geschäftsführer PRIMUS developments GmbH,
- Ludger Wibbeke, Geschäftsführer der HANSAINVEST Hanseatische Investment-GmbH,
- Stefan Wulff, Geschäftsführender Gesellschafter von OTTO WULFF Bauunternehmung GmbH,
- Dirk Mattner, Abteilungsdirektor Bereich Immobilien Bayerische Landesbank,
- Carl Friedrich von Stechow, Geschäftsführer Cube Real Estate Nord GmbH,
- Tomislav Karajica, Geschäftsführer Think United GmbH.
Hamburger Immobilienkongress 2021 hinterfragt die Nachhaltigkeit in der Hansestadt
Moderator und Journalist Friedhelm Feldhaus stieg mit der Frage „Ist Hamburg eine Holzbau-Stadt?“ in die Runde ein. Achim Nagel, Geschäftsführer PRIMUS developments GmbH, berichtete von seinen Erfahrungen und konstatierte: „Wir werden in den kommenden Jahren kaum mehr konventionelle Bauten machen.“ Schließlich könne man mit dieser Methode auch verschiedene Nutzungsarten abbilden. Stefan Wulff, Geschäftsführender Gesellschafter von OTTO WULFF Bauunternehmung GmbH, stimmte zu, sagte aber auch: „Recycling-Rohstoffe spielen für uns eine große Rolle. Kernthema dabei ist: Was machen wir mit den Bauabfällen? Das wird die Aufgabe der Zukunft sein, herauszufinden, wie diese Stoffe getrennt, gelagert, noch besser verwendet werden können.“

„Das Thema Nachhaltigkeit gilt für alle und wird für großen Druck sorgen, da Bauprojekte ja immer ein paar Jahre brauchen, bis sie fertig sind“, schätzte Carl Friedrich von Stechow, Geschäftsführer Cube Real Estate Nord GmbH, ein. „Es wird eine Herausforderung für alle werden, der wir uns stellen müssen.“ Ludger Wibbeke, Geschäftsführer der HANSAINVEST Hanseatische Investment-GmbH, sieht bereits jetzt massive Änderungen am Markt. „Institutionelle Investoren sind nicht mehr mit ‚normalen‘ Immobilien zufrieden.“ Zudem steige die Bedeutung der Transparenz in die Daten der Immobilie. „Wir sehen extreme Verwerfungen in der Zukunft zwischen Bestandsimmobilien, die selbst mit hohen Aufwendungen nicht alle ESG-Kriterien erfüllen können, und den Neubauten mit allen Standards.“ Stranded Assets also.
Dirk Mattner, Abteilungsdirektor Bereich Immobilien Bayerische Landesbank, bestätigte diese Aussichten und brachte noch einen weiteren Aspekt mit ein: „Einen Neubau einzuschätzen, der nach einem KFW-Standard gebaut wurde, ist sehr leicht. Nur fehlen uns momentan die Scorings für Bestandsimmobilien.“ Tomislav Karajica, Geschäftsführer Think United GmbH, wies auf einen anderen Punkt hin: „Nicht jedes Bestandsobjekt ist für eine Nachnutzung geeignet, wir müssen also schon schauen, was mit diesen Gebäuden wird.“ Zugleich bemängelte er, dass es bisher keine einheitlichen Scorings für Social und Governance gebe.
Funktioniert ESG-konforme Stadtentwicklung trotz aller Hürden? „Man muss immer nach vorn denken. Hamburg hat nur eine Chance, nämlich ESG-spezifische Quartiere zu entwickeln“, war sich Ludger Wibbeke sicher. „Die Stadt muss sich darauf konzentrieren. Investoren sind nur bereit, Tickets zu zeichnen, wenn ESG-Kriterien erfüllt werden.“
Die Hamburger Immobilienbranche und das Thema Digitalisierung
Zweites großes Thema: Digitalisierung und damit der nächste Megatrend. Achim Nagel sieht darin eine Selbstverständlichkeit, BIM sei mittlerweile normal. „Wir hatten schon vor 15 Jahren digitale Projekträume.“ Widerspruch kam von Carl Friedrich von Stechow: „Bevor es hier zu viel Schulterklopferei auf ein innovatives Hamburg gibt, möchte ich darauf verweisen, dass wir für ESG, Gebäudetechnik und Daten über Gebäude digitale Systeme brauchen. Deshalb schreiben wir uns das auf die Fahne, ein Haus zu einem digitalen Objekt zu machen.“ Bei dem Thema Digitalisierung habe die Branche noch einen langen Weg vor sich.

Das gilt wohl auch für die Innenstädte. „Ich glaube, dass es eine grundsätzliche Frage sein wird, was wir damit tun“, so Achim Nagel. „Klar ist, dass sie umgestaltet werden müssen, ihre Strukturen sich nicht für die Zukunft eignen. Wir können aber auch nicht alles abreißen und neu bauen.“ Umbau und Erweiterung bedeute auch eine Nachverdichtung, das müsse allen klar sein, so Stefan Wulff. Einig waren sich alle im Podium, dass eine andere Architektursprache dabei hilfreich sei, der öffentliche Raum attraktiver gemacht werden müsse.
Tomislav Karajica setzt dabei auf junge Leute. „Was ist der entscheidende Punkt, um in eine Innenstadt zu gehen? Das müssen wir uns immer fragen. Einkaufen war früher ganz sicher ein Entertainment, das dafür sprach, heute aber nicht mehr reicht.“ Die Ansiedlung von digitalen Händlern in analogen Stores sei eine Möglichkeit, eine andere: die riesige Community im Gaming- und E-Sport-Bereich. „Darüber erreicht man definitiv jüngere Zielgruppen. Hier suchen wir weiter Modelle, um das auszubauen.“
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